| FORSCHUNG
UND ENTWICKLUNG
Entwicklung einer geophysikalischen Bohrloch-Messtechnologie zur Präventiverkundung der Gasausbruchsgefährdung im Abbauvorfeld der Lignitgrube “Premogovnik Velenje” (Slowenien)
Das Ziel des internationalen FuE-Projektes ist die Schaffung einer Mess- und Interpretationstechnologie zur Vorauserkundung gebirgsmechanischer Gefährdungs-bereiche in Form von unvorhergesehenen Gas-Kohleausbrüchen über die geophysikalische Vermessung von langen Horizontalerkundungsbohrungen ins unverritzte Vorfeld. Das Forschungsvorhaben wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit im Rahmen des Programmes “Förderung der Erhöhung der INNOvationskompetenz mittelständiger Unternehmen” (PRO INNO II) gefördert.
Kooperationspartner:
- Bo-Ra-tec GmbH, Weimar
- Brunnen- und Bohrlochinspektion GmbH, Gommern
- Fraunhofer Institut Zerstörungsfreie Prüfverfahren, Dresden
- Kali-Umwelttechnik GmbH, Sondershausen
- Premogovnik Velenje, Slowenien
- Technische Universität Clausthal, Institut für Geophysik, Clausthal-Zellerfeld
- Geophysik Support Klaus Lorenz, Steinbach
Hintergrund
Die slowenische Lignitgrube “Premogovnik Velenje” fördert Hartbraunkohlen aus 20 m bis 160 m mächtigen Flözen im Strebbau-Verfahren. Das linsenförmige Kohleflöz ist 8,3 km lang und 1,5 km bis 2,5 km breit und lagert in 200 m bis 500 m Tiefe. Die Grube versorgt das benachbarte Šoštanj Wärme-Kraftwerk mit jährlich ca. 4 Mio. t Rohbraunkohle. Mit einem Anteil von mehr als 30 % an der Elektroenergiebereitstellung für Slowenien hat dieses Kraftwerk strategische Bedeutung für die Gewährleistung der Stabilität der Wirtschaft des EU-Beitrittlandes Slowenien.
Aufgrund mehrerer die Lagerstätte durchziehender tektonischer Störungen herrscht eine komplizierte Abbausituation vor. Insbesondere in tektonisch überprägten Bereichen besteht die Gefahr von plötzlichen, nicht vorhersehbaren Ausbrüchen von Gas und Kohlestaub. Seit der Produktionsaufnahme der Grube vor mehr als 100 Jahren kam es infolge dieser Gas-Kohleausbrüche zu mehreren folgenschweren Unfällen, bei denen Tote zu beklagen und erhebliche, irreversible Schäden am Grubenausbau und an der Grubentechnik zu verzeichnen waren.
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